Tierheim Paderborn
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Kastration - Ja oder Nein?


Im Tierheim wird die Kastrationsfrage in der Regel immer mit „JA“ beantwortet.

Das beruht auf jahrelangen Erfahrungen, da man mit den unterschiedlichsten Tieren und deren Charakteren zu tun hat. Aber in erster Linie wird diese Entscheidung aus medizinischer Sicht getroffen und weil wir natürlich nicht noch für mehr Nachwuchs sorgen möchten.


  • Kastration von Katzen:

    Bei Katzen gibt es da keinerlei Zweifel, warum man sich für die Kastration entscheiden sollte:

    Ein geschlechtsreifer Kater wird ständig markieren d.h. abspritzen und der Gestank allein wird gerade Besitzern reiner Wohnungskatzen zu diesem Schritt veranlassen. Auch bei weiblichen Katzen sollte man sich dazu durchringen- selbst wenn diese nur in der Wohnung leben. Die Rolligkeit kann bei ihnen auch Scheinschwangerschaften hervorrufen, die für die Katze nicht gut sind. Es können Gebärmutterentzündungen auftreten bis hin zum Krebs. Deshalb lassen wir alle Katzen kastrieren (nicht sterilisieren), was bedeutet, dass die Gebärmutter entfernt wird. Die Katzen verkraften den Eingriff in aller Regel sehr gut.

    Bei freilaufenden Katzen versteht sich die Kastration von selbst, da man ja nicht noch mehr Nachwuchs „produzieren“ will, wo es ohnehin schon genügend gibt, was wir im Tierheim jedes Jahr feststellen können.

    Kater sollten im Alter von ca. 10-12 Monaten, weibliche Katzen ca. mit 7-9 Monaten kastriert werden.

    Infos zur KASTRATIONSPFLICHT für freilaufende Katzen (Paderborner Modell) gibt es hier:
    http://www.tierheim-paderborn.info/tipps.php?ID=9735




  • Kastration von Hunden:

    Kastration bei Hunden ist aus medizinischer Hinsicht genauso wichtig. Hündinnen neigen im Alter oft zu Gebärmutterkrebs oder Eierstockentzündungen oder sind häufig schein-schwanger. Bei Rüden bilden sich im Alter oft Analtumore oder Prostatakrebs, was bei kastrierten Rüden wesentlich seltener vorkommt.

    Bei Rüden macht sich eine Kastration auch charakterlich bemerkbar. Neigen Rüden beispielsweise zu starker Dominanz und spielen sich gerne als „Boss“ auf, raufen sie gerne mit Hunden bzw. reagieren sie oft aggressiv auf andere, so kann man dies durch eine Kastration zum positiven wenden. Die Rüden werden ruhiger, zeigen sich wesentlich sozialer und es gibt weniger Rangordnungsprobleme.

    Auch wenn Ihr Rüde zum streunen neigt (ganz besonders zu der Zeit, wenn Hündinnen läufig werden) kann sich dies durch Kastration erheblich verbessern bzw. ganz legen. Je früher Sie dies durchführen, desto besser, aber auch bei älteren Rüden zeigt eine Kastration durchaus noch Erfolg. Allerdings sollte man nicht schlagartig eine Wesensveränderung erwarten, diese Hormonumstellung dauert eine Weile - evtl. bis zu einem halben Jahr.

    Hunde sollten frühestens mit einem Jahr (wenn sie ausgewachsen sind) kastriert werden.
    Bei Hündinnen sollte man auf jeden Fall die erste Läufigkeit abwarten.

    Einige Hundebesitzer bringen als Gegenargument vor, dass ihr Hund durch die Kastration dick werden könnte, weil durchaus einige Hunde dazu neigen, Fett anzusetzen. Aber das lässt sich durch fettreduziertes Futter bzw. kleinere Futterportionen regeln.

    Außerdem wäre uns ein etwas dickerer Hund, der dafür aber gesunder und auch sozialverträglicher ist, wesentlich wichtiger.


    Wir hoffen, unsere Argumente für die Kastration haben Sie überzeugt, bzw. haben Verständnis dafür hervorgerufen, warum wir als Tierschützer so vehement für Kastrationen plädieren.